Frankreich untermauert Sexkaufverbot

VerfassungsrichterInnen und eine Umfrage bestätigen das Nordische Modell als derzeit einzig taugliches Mittel im Kampf gegen Menschenhandel und dem ausbeuterischen System Prostitution.

Vor zwei Jahren hat die französische Nationalversammlung mit klarer Mehrheit für ein neues Prostitutionsgesetz nach dem Vorbild des Nordischen Modells gestimmt. Da sich das Gesetz nicht gegen die Prostituierten, sondern gegen jene richtet, die das System Prostitution aufrechterhalten, nämlich die Sexkäufer, drohen diesen Strafen zwischen 1500 und 3700 Euro (Wiederholungstäter). Das ist in etwa genauso viel, wie früher Prostituierte zahlen mussten. Die Pro-SexarbeiterInnen-Lobby, angeführt von „Strass“ dem französischen „Syndikat der Sexarbeit“, sah von Beginn das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und die Freiheit des Unternehmertums gefährdet. Außerdem wurde ins Treffen geführt, dass ein Sexkauf-Verbot Prostituierte großen Gefahren aussetzen würde.  Die VerfassungsrichterInnen sind den Argumentationen nicht gefolgt und haben das Gesetz in seiner ursprünglichen Fassung bestätigt. Das französische Sexkauf-Verbot, das in der Prostitution einen Gewaltakt gegen die Würde der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter sieht, verfolgt das Ziel, den Menschenhandel einzudämmen.Begleitet wird es von sozial-, gesundheits- und berufspolitischen Maßnahmen, wie etwa Ausstiegshilfen  in Form von (Um-) Schulungen und Bildungsangeboten. Damit sollen den Frauen alternative Verdienstmöglichkeiten außerhalb der Prostitution eröffnet werden. Das französische Gesetz sieht für ausstiegswillige Prostituierte außerdem ein vorübergehendes Aufenthaltsrecht vor.

Die französische Bevölkerung scheint ebenfalls mit dem Gesetz zufrieden zu sein. In einer im Jänner dieses Jahres von CAP-international  (Coalition Abolition Prostitution) veröffentlichten Umfrage, befürworten 78 Prozent der Befragten das Sexkauf-Verbot. 83 Prozent sind der Ansicht, dass Prostituierte Opfer von Ausbeutung und kriminellen Netzwerken sind und ihr Leben in der Prostitution nicht freiwillig gewählt haben. 74 Prozent der befragten Franzosen und Französinnen sind überzeugt, das Prostitution Gewalt ist.

Frankreich ist und bleibt somit neben Schweden, Norwegen, Island, Irland, Nordirland, Kanada, Israel und Litauen im Bund jener Länder, die dem ausbeuterischen, sexistischen System Prostitution und dem damit verbundenen Menschenhandel mit einer klaren Haltung den Kampf angesagt haben. Bedauerlicherweise gehört Österreich, obwohl das Europäische Parlament und der Europäische Rat eine klare Empfehlung für die Umsetzung des Nordischen Modells ausgesprochen hat, noch immer nicht dazu. Obwohl das Land seit Jahren eine der Drehscheiben im europäischen Menschenhandel ist.