Schottlands Linksliberale erwägen Sexkauf-Verbot

Nachdem das Nordische Modell – Entkriminalisierung der Prostituierten, Kriminalisierung der Sexkäufer – bereits in Schweden, Island, Norwegen, Nordirland, Irland, und Frankreich Realität ist, will nun auch Schottlands stärkste Partei, die linksliberale National Party (SNP) über ein Sexkaufverbot nach nordischem Vorbild abstimmen.

Der entsprechende Antrag  On Commercial Sexual Exploitation wird am SNP-Parteitag, am 17. März unter dem Vorsitz von Partei- und Regierungschefin Nicola Sturgeon den Parteimitgliedern zur Abstimmung vorgelegt. Darin werden u.a. auf die schweren psychischen und physischen Verletzungen und Folgeerkrankungen verwiesen unter denen viele in der Prostitution ausgebeuteten Frauen zu leiden haben. Neben empfindlichen Strafen für Sexkäufer fordern die Antragsteller umfassende sozialpolitische Unterstützungsmaßnahmen um ausstiegswilligen Prostituierten alternative Verdienstmöglichkeiten außerhalb der Prostitution zu eröffnen. Der Ausgang der Abstimmung ist wichtig, da bereits einmal ein Gesetzesvorschlag zum Sexkaufverbot im Parlament eingebracht, aber abgelehnt wurde. Eine klare Positionierung seitens der SNP könnte nun der Vision von einer Gesellschaft ohne Prostitution starken Aufwind verleihen.